Aktuelles

Die von trompetenden Engeln gehaltenen Initialen CWF an der Schauseite der Hof- und Stiftskirche St. Gumbertus zu Ansbach
Ihro Königliche Hoheit Markgräfin Friederike Louise von Brandenburg-Ansbach
ließ sich von Hofbaumeister Leopoldo Rettÿ für ihren Witwensitz Unterschwaningen
in den Jahren 1738/1743 eine neue Hofkirche bauen.
  Johanni-Tag in Triesdorf: Ausstellung in der Villa Sandrina geschrieben von vZerboni am 06.03.2017
Sonntag, 25. Juni 2017

Tag der offenen Tür der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf (Johanni-Tag) - Ausstellung zum Thema: Die Geschichte der Triesdorfer Rinderrasse (Triesdorfer Tiger)

10 bis 17 Uhr Triesdorf, Villa Sandrina
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  Oper unter freiem Himmel vorm Weißen Schloss zu Triesdorf geschrieben von vZerboni am 10.06.2016
Freitag, 1. Juli 2016

Open-Air-Veranstaltung im Rahmen des Festivals für Alte Musik Musica Franconia (Intendant: Wolfgang Riedelbauch): Komische Oper "Annette et Lubin" von Jean Paul Egide Martini (1741-1816)

20 Uhr Triesdorf, Weißes Schloss, Schlossvorgarten

In der Opernpause bewirten wir Sie mit Frankenwein (Weißer Burgunder) des Weinguts FÜRSTLICH CASTELL'SCHES DOMÄNENAMT aus Castell und Secco/Limonade von hesselberger aus Wittelshofen

TRIESDORF (mav) - Lady Elizabeth Craven, die Mätresse und spätere zweite Ehefrau des letzten Ansbacher Markgrafen Alexander, unterhielt in den Jahren 1787 bis 1791 einen Musenhof am Wohnsitz ihres Gönners in Triesdorf. Den Auftakt bildete damals eine Oper unter freiem Himmel am 23. Juli 1787, die die englische Schriftstellerin mit großem Aufwand und mit viel Öffentlichkeitsarbeit in Szene setzte. Ort des Geschehens war dabei das Heckentheater zwischen Weißem Schloss und Hofgarten. Heute heißt das landwirtschaftlich genutze Feld nach der früheren Nutzung "Theateracker". Dies erklärte nun Dr. Horst von Zerboni, 1. Vorsitzender des Vereins der Freunde Triesdorf und Umgebung, zu Beginn der Opernveranstaltung des Festivals "Musica Franconia" im Schlosshof des Weißen Schlosses zu Triesdorf.

Das Festival für Alte Musik "Musica Franconia" hat nun diese Historie aufgenommen, um in Triesdorf in Sichtweite des früheren Heckentheaters eine Oper exakt aus der Zeit des Craven'schen Musenhofs aufzuführen (Uraufführung 10. Januar 1789). Gezeigt wurde die Komische Oper "Annette et Lubin" des oberpfälzer Komponisten Jean Paul Égide Martini (1741-1816), der seine Erfolge in Paris feierte und dort auch gestorben ist. Seine Heimatstadt Freystadt hat aus Anlass seines 200. Todestags das Jahr 2016 zum Martini-Jahr ausgerufen. Und auch der Inhalt des Stücks erzählt die Ansbachische Geschichte, nämlich den Übergang des Markgrafen vom absolutistischen Herrscher hin zum aufgeklärten Bürger. Im Jahr 1791 verkaufte Markgraf Alexander seine Territorien, das Markgraftum Ansbach-Bayreuth und die Grafschaft Sayn-Altenkirchen im Westerwald, an seinen Cousin König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, um fortan mit seiner neuen Frau, der ehemaligen Lady Craven, als Privatier in der Nähe von London zu wohnen und Pferde zu züchten.

Das Stück „Annette et Lubin” in der Inszenierung von Beat Wyrsch erzählt die Geschichte einer unmöglichen Liebe. Das schöne Landmädchen Annette (Antje Rux, Sopran) liebt den wilden Burschen Lubin (Thomas Fahner, Tenor). Die Liebe ist allerdings illegitim, da der "Herr" (Markus Simon, Bass) die Heirat nicht erlaubt hat. Deshalb turteln die beiden im Wald versteckt als Cousin und Cousine, dass sich die Bäume wiegen. Eifersüchtig will der "adlige Schreiber" (Jan Kobow, Tenor), der selbst die Annette zur Frau haben möchte - drei frühere sind ihm schon abhanden gekommen - , diese verbotene Liebschaft beenden und hofft, dass der "Herr" ihm diesem Wunsch erfüllt. Der Schreiber fühlt sich sicher, denn er weiß das Gesetz auf seiner Seite. Der "Herr" aber denkt gar nicht daran. Er segnet die Liebe ab. Statt dem alten Gesetz des absoluten Herrschers tritt der aufgeklärte Geist auf die Opernbühne.

Um die Handlung auch zu verstehen - die Arien sind in französischer Sprache - gibt es noch den revolutionären Erzähler (Elmar Boerger). Die fabelhafte Musik lieferte das Kammerorchester Sinfonietta Franconia, ein Projektensemble aus Streichern und Bläsern, darunter einem Streichquintett der Staatlichen Oper Antalya (Türkei). Die Leitung hatte der Intendant Wolfgang Riedelbauch, der mit guten Kontakten in die Republik Türkei ausgestattet ist.

Es gab mit der Kammeroper allerdings noch weitere Bezüge. Markgraf Alexander lernte die Lady Craven in einem Salon in Paris kennen. Für ihn war die Abenteurerin dessen "Schwester". Die Verbindung war auch nicht standesgemäß, war doch der Markgraf "Fürst", die Craven lediglich "Freifrau". In Triesdorf starb der französische Hofschriftsteller Georges François Maréchal Marquis de Bièvre (1747-1789), dem Dichter das schlüpfrige Lustspiel "Le séducteur" (Der Verführer), welches am 4. November 1783 am Liebhabertheater von Schloss Fontainebleau bei Paris im Beisein des Königs Louis XVI. uraufgeführte wurde. Sein Grabmal, welches ehedem den Friedhof von Ornbau beherrschte, harrt heute seiner denkmalgerechten Restaurierung. Und nicht zuletzt: Bevor die Lady Craven nach Triesdorf kam, machte sie ein Reise. Wie könnte es anders sein, als nach Griechenland und in die Türkei (1785 bis 1786).

Intendant Wolfgang Riedelbauch, der früher auch schon mit dem "Fränkischen Sommer" Triesdorf und Weidenbach mit klassischer Musik erfreute, erfüllte sein Versprechen. Die Kammeroper "Annette et Lubin" war im Hof des Weißen Schlosses zu Triesdorf tatsächlich "musikalischer Denkmalschutz". CARL-ALEXANDER MAVRIDIS



Antje Rux
Antje Rux

Jan Kobow
Jan Kobow

Eine Veranstaltung des Festivals Musica Franconia im Rahmen des Martini-Jahrs der Stadt Freystadt (Oberpfalz)

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  Absolut lesenswert! - Buchbesprechung von Prof. Wolfgang Wüst (Erlangen) geschrieben von vZerboni am 13.03.2016
Arno Störkel, Fürstliche Jagd im barocken Franken, Bayreuth 2012, 116 Seiten, zahlreiche Bilder, Verlag C. u. C. Rabenstein (Bayreuth), € 24,80, ISBN 978-3-928683-47-0 Leseprobe

ERLANGEN/TRIESDORF - Die lange Zeit verblasste, fürstliche Jagdleidenschaft ist in der gegenwärtigen kulturhistorischen Debatte um Symbole, (barocke) Repräsentation und um den politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Wirkungsgrad absolutistischer Herrschaft wieder salon- und anschlussfähig geworden. Wer sich mit der Jagd – selbst mit der aus längst vergangenen Epochen – beschäftigt wird das Jagen, insbesondere wenn es sich um fürstliche Ambitionen handelt, als Bestandteil einer europäischen Zivilisations- und Kulturgeschichte betrachten müssen.

Die Geschichte der Jagd war, wie Arno Störkel in seinem erstklassig bebilderten Grundlagenwerk zeigte, kein isolierter Zeitvertreib barbarischer, blutrünstiger und irregeleiteter Menschen, wie die amerikanische Autorin Joy Williams 1990 in „The Killing Game“ vorgab. Die an Ethnologie und Sozialwissenschaften interessierte Publizistin sieht Jäger einseitig als perverse Spieler: „They kill for play, for entertainment. They kill for the thrill of it, to make an animal 'theirs'“.1 Jäger seien Natur- und Schöpfungsschänder, die man ganz grundsätzlich bestrafen sollte. Und Jäger sind Joy Williams charakterlich suspekt, ja sie sind „überaus gerüstet, unersättlich, bösartig und aufgeblasen. Sie verkrüppeln und verstümmeln und plündern. [...] Jäger drehen durch. Sie verlieren die Nerven und wollen ballern! Sie wollen ihre Sturmgewehre benutzen und schaumiges Blut auf dem Farnkraut sehen.“2 Auch wenn die Kritik an der Jagd in unserer, von den Produktionsquellen weitgehend entfremdeten Konsumgesellschaft, wie Jan E. Dizard jüngst in der Taschenbuchausgabe von „Hunters and Hunting“3 aufz
eigte, politisch korrekt geworden ist, so waren Jäger in historischer Perspektive doch Teil des territorialen, höfischen, kommunikativen und ökonomischen Systems.

Nicht alle waren im 17. und 18. Jahrhundert freilich mit den Leidenschaften jagdbesessener Regenten einverstanden. Anlässlich des Antrittsbesuchs des Bayreuther Markgrafen Friedrich (reg. 1735-1763) mit Wilhelmine beim Bamberger Bischof Friedrich Karl von Schönborn notierte die Fürstin im Winter 1735/36 in Pommersfelden in ihr Tagebuch: „Ich speiste an diesem und den folgenden Tagen allein mit meiner Schwester, unseren Hofmeisterinnen und zwei Geheimrätinnen aus Ansbach. Der Bischof und die Markgrafen“ – offenbar war auch Markgraf Carl Wilhelm Friedrich mit von der Partie – „gingen jeden Tag auf die Jagd und kehrten erst um fünf Uhr abends zurück. Ich langweilte mich sehr, da ich den ganzen Tag mit meiner Schwester, die mit mir schmollte, eingesperrt saß. Waren die Fürsten zurück, so versammelte man sich in einem Saale, um einer sogenannten Serenade beizuwohnen. [...] Die Musik war miserabel; sechs Katzen und ebenso viel deutsche Kater zerrissen uns die Ohren mit ihrem Gesang. Vier Stunden musste man dies bei der größten Kälte aushalten.“4

Lust auf Jagd macht dagegen Arno Störkels flüssig geschriebenes und zugleich mit 565 Endnoten wissenschaftlich gut belegtes Werk. Grundlage des von der Oberfrankenstiftung und der Bayreuther Sparkassen-Stiftung finanziell geförderten Buchprojekteses war ein großformatiger Jagdgemäldezyklus (19 Gemälde), der auf verschlungenen Wegen über Schloss Frankenberg bei Uffenheim in die Burg Zwernitz kam. Dort sind die Bilder, die im zweiten Teil des Buches vom Verfasser gut kommentiert und nach Vorbildern untersucht in Text und Bild vorgestellt wurden, seit 2011 als Dauerausstellung der Öffentlichkeit zugänglich. An dieser Stelle hätte sich der geneigte Leser eine konkretere Einordnung und Datierung der Maler dieser für die europäische Jagdgeschichte so wichtigen Darstellungen gewünscht, die im Übrigen auch authentische Blicke auf gezeigte Jagdschlösser und andere topographisch-regionale Besonderheiten gewähren. Der Würzburger Jagdexperte Dr. Arno Stöckel ist aber kein Kunsthistoriker!

Dazu aus der Zwernitzer Gemäldegalerie: Parforcejagd mit dem württembergischen Herzog Carl Eugen, gemalt von Johann Jakob Kleemann (1739-1790) oder einem seiner beiden Brüder Johann Wolfgang (1731-1782) und Christian Friedrich Carl (1735-1789), nach Kupferstich-Vorlagen von Johann Elias Ridinger (1698-1767).
Absolut lesenswert sind auch die im ersten Teil des Buches vorgestellten Jagdformen und die höfische Divertissements zur Sauhatz (S. 5), zur Falkenjagd (S. 6f.), zu Kampfjagden und zum Fuchsprellen (S. 11), zur Fuchsjagd (S. 12f.) und Parforcejagd (S. 14-19). Im Anschluss wurden die Jäger, ihre Hunde und Pferde vorgestellt. Die Falken und historischen Jagdhäuser und Hütten – soweit heute noch vorhanden – vermisst man an dieser Stelle.

Mein Fazit: Die fürstliche Jagd im barocken Franken aus der Feder von Arno Störkel wird für lange Zeit, gerade auch wegen ihres komparatistischen Bemühens unverzichtbarer Teil unserer bayerischen Kultur- und Landesgeschichte bleiben.

Prof. Dr. WOLFGANG WÜST, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Landesgeschichte


1 Joy Williams, The Killing Game, Esquire 1990, S. 114.2 Werner Rösener, Die Geschichte der Jagd. Kultur, Gesellschaft und Jagdwesen im Wandel der Zeit, Düsseldorf 2004, S. 9f.3 Jan E. Dizard, Mortal Stakes: Hunters and Hunting in Contemporary America, University of Massachusetts Press, Amherst 2003.4 Annette Kolb (Hg.), Memoiren der Mark­gräfin Wilhelmine von Bayreuth. 2 Bde. Leipzig 1910; Ingeborg Weber-Kellermann (Hg.), Eine preußische Königs­tochter. Glanz und Elend am Hofe des Soldatenkönigs in den Memoiren der Markgräfin Wil­helmine von Bayreuth, bearb. v. Annette Kolb (Insel-Ta­schenbuch 1280), Frankfurt am Main 1990, S. 457.
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  Harmoniemusik am Hofe der Markgrafen von Ansbach-Bayreuth geschrieben von vZerboni am 30.10.2015
Konzert in der Hofkirche zu Unterschwaningen

Anlässlich der 301. Wiederkehr des Geburtstages der Markgräfin Friederike Louise spielte die FÜRSTLICH LÖWENSTEINISCHE HOFMUSIC ein Konzert in der Hofkirche zu Unterschwaningen. Auf dem Programm standen Werke von Vogel, Kleinknecht, Rosetti, von Beecke und Mozart.

Wer vermutet hatte, dass Musik und Kultur im 18. Jahrhundert ausschliesslich in den großen Metropolen stattfand, gelangte im Laufe des Abends zu einer anderen Ansicht.

Johann Christoph Vogel, ein gebürtiger Nürnberger und in Regensburg ausgebildet, verstarb bevor er sein verheißungsvolles Talent richtig zur Geltung bringen konnte. Beeindruckend die Ouvertüre zur Oper „Demophon“, die zu allen Feiern der Französischen Revolution erklang.

Mit Bläserpartien von Ignaz von Beecke und Franz Anton Rosetti wurde an die Zeit erinnert, in der Unterschwaningen, als preußische Enklave, dem bedrohten Fürsten Oettingen-Wallerstein „Asyl“ bot.

Beecke als Intendant und Organisator, Rosetti als Komponist und kreativer Kopf formten aus der kleinen Wallersteiner Hofkapelle das beste Orchester Europas. Mozart wäre dort gern Kapellmeister geworden, Haydn kam um seine Sinfonien richtig gespielt zu hören und Rosetti schrieb – gerade den Bläsern - wunderbare Harmoniemusik und Konzerte.

Eigentlicher Höhepunkt war jedoch die Wiedererstaufführung einer bislang verschollenen Parthia von Jacob Friedrich Kleinknecht. Von deren Existenz wusste man bislang nur durch eine Annonce des Verlages Breitkopf aus dem Jahr 1765. Das Werk sollte zusammen mit Partien von Leopold Mozart und Leopold Hofmann in einem Sammelband erscheinen. Dazu kam es allerdings nie. Zudem verschwand eine handschriftliche Partitur als Beutekunst in den Kellern des Kiewer Konservatoriums.

Erst nach der Rückführung konnte sie ausgewertet werden und erklang in der Besetzung mit je 2 Oboen, Hörnern und Fagotten. Somit kam ein bayreuth-ansbachischer Musiker und eines seiner Werke wieder zurück an den Ort seines Wirkens. Jacob Friedrich Kleinknecht und seine beiden Brüder waren die tragenden Säulen des markgräflichen Musiklebens, das bislang leider wenig Beachtung gefunden hat.

Jedoch: es gibt noch viel zu entdecken. So hat der berühmte Komponist Johann Nepomuk Hummel Vorfahren aus Franken, ein J.C.Bischoff schrieb eine Parthia, Carl Maria von Weber war in Ansbach zu Gast… Es bleibt spannend!

Hans-Peter Vogel
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  600 Jahre Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach geschrieben von vZerboni am 04.04.2015
Donnerstag, 30. April 2015

Dr. Reinhard Seyboth von der Universität Regensburg spricht zum Thema "Von Nürnberger Burggrafen zu Kurfürsten des Reiches. Der Aufstieg der Hohenzollern im späten Mittelalter“

19.30 Uhr Ansbach Residenz, Promenade 27, (II. Stock) Sitzungssaal 240 (Hardenberg-Saal)

Eine Veranstaltung zusammen mit dem Historischen Verein für Mittelfranken.

Aktualisierung: Der Vortrag soll 2016 im Druck als Triesdorfer Heft Sonderdruck Nr. 10 erscheinen.

Unterdessen ist im Berliner Verlag für Regional- und Zeitgeschichte das Heft "Die Mark Brandenburg, Nr. 96 – I/2015, 600 Jahre Hohenzollern in der Mark 1415–2015" erschienen, welches ebenfalls den Aufstieg der Hohenzollern darstellt, freilich hier aus Berliner Perspektive.
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